Ausstellung: «Ich bin einfach niemand gewesen»
Wanderausstellung mit Partizipationsprojekt auf der Wettsteinanlage in Riehen
Die mobile Ausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen» beleuchtet ein lange verdrängtes Kapitel der Schweizer Geschichte: die administrativen Zwangsmassnahmen, von denen Hunderttausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene betroffen waren.
Die Ausstellung macht das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Zwang sichtbar, gibt Betroffenen eine Stimme und weckt Empathie für Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen – und stehen. Sie blickt kritisch auf Vergangenheit und Gegenwart und fragt: Wann wird Fürsorge zu Zwang? Wann ist Zwang legitim? Und wie lassen sich Machtmissbrauch und Unrecht verhindern? Das Projekt spannt den Bogen von den Betroffenen der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen über die vom Saisonnier-Statut betroffenen Familien bis zu Geflüchteten und Sans Papiers.
Einblicke in persönliche Geschichten und gesellschaftliche Zusammenhänge
In drei mobilen Häusern nähert sich die Ausstellung dem Thema Fürsorge und Zwang aus unterschiedlichen Perspektiven. Im ersten Haus begegnen Besucherinnen und Besucher persönlichen Geschichten von Betroffenen. Den Verantwortlichen sowie ihren Problemstellungen ist ein zweites Haus gewidmet, in dem Videointerviews Einblick in die aktuellen Rahmenbedingungen geben. Die Öffentlichkeit, die Medien und Politik sind ebenfalls Teil der Ausstellung und werden im dritten Haus in die Auseinandersetzung einbezogen.
Erinnern, erzählen, festhalten: Das Partizipationsprojekt
Ein Partizipationsprojekt begleitet und unterstützt Interessierte in der Forschung ihrer eigenen Geschichte. Im Erzählcafé können sich Interessierte, Betroffene und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum Thema Fürsorge und Zwang austauschen und ihre Geschichte erzählen. In der Geschichtswerkstatt unterstützen Fachpersonen dabei, Geschichten fürsorgerischen Zwangs zu erforschen.
Die mobile Ausstellung richtet sich als niederschwelliges Angebot sowohl an das Laufpublikum als auch an interessierte Gruppen wie Schulen, Vereine oder spezielle Interessensgruppen. Um die Inhalte gezielt vermitteln zu können, wird die Ausstellung durchgängig betreut.