Im Zentrum stehen junge Frauen, sogenannte «gefallene Mädchen», die in den 50er- und 60er-Jahren in Heime eingewiesen und gezwungen wurden, in den Textilfabriken zu arbeiten. Unter dem scheinbaren Deckmantel von Fürsorge und Schutz entfaltete sich ein System aus Überwachung, Ausbeutung und Schweigen, das diese jungen Leben prägte. Zwischen den Wänden der Heime und den Hallen der Fabriken verbergen sich Stimmen, die lange unsichtbar und unbeachtet blieben, doch deren Nachklang bis heute nachwirkt. Das Stück legt sich auf die Lauer, dringt ein in die stillen Risse im Gewebe der Geschichte und spinnt eine verbindende Linie von damals bis in die Gegenwart. Es stellt die Fragen: Wo beginnt Gewalt? Wer erzählt ihre Geschichte? Und vor allem: Wie klingt sie, wenn man endlich aufmerksam und mit offenem Herzen zuhört? Dabei öffnet es einen Raum für das Unausgesprochene und fordert das Publikum dazu heraus, sich mit der Last der Vergangenheit und deren Nachwirkungen auseinanderzusetzen.

REGIE Simon Keller

TEXT Alexander Stutz

MUSIKALISCHE LEITUNG Sara de Angelis

PROJEKTION Thomas Mahnecke

21. - 31. Mai 2026 im Chössi Theater Lichtensteig