Gespräch: Was ist und wozu dient die historische Aufarbeitung von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen?
Sonja Matter (Historikerin, Historisches Lexikon der Schweiz), Kevin Heiniger (Historiker, FHNW, Hochschule für Soziale Arbeit), Paola De Martin (Postdoc, ETH Zürich sowie Mitglied von TESORO. Verein für die Aufarbeitung des Leids illegalisierter migrantischer Familien mit Saisonnier- und Jahresaufenthalterstatut und Patricia Büttiker (Schriftstellerin, ebenfalls Mitglied TESORO) im Gespräch mit Basil Rogger (Moderation).
Neben dem Runden Tisch, dem Fonds zur Wiedergutmachung und den Gesetzesanpassungen war die historische Aufarbeitung einer der wesentlichen Pfeiler des «Bundesgesetzes über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981» (AFZFG) vom 30. September 2016. Die Aufarbeitung auf Bundes-Ebene stand unter der Aufsicht einer Unabhängigen Expertenkommission (UEK) und wurde 2019 mit einem zehnbändigen Schlussbericht und konkreten Empfehlungen der UEK abgeschlossen. Auf Kantons- und Gemeinde-Ebene ist die Aufarbeitung teilweise noch in Gang, so etwa im Kanton Luzern. Was bringt diese Aufarbeitung, wozu soll sie dienen? Dazu äussern sich die beiden Historiker:innen Sonja Matter und Kevin Heiniger, die beide in unterschiedlichen Rollen an diesem Forschungsprozess beteiligt waren und sind. Aber an diesem Abend wird auch in die Zukunft geschaut: Am Beispiel der Geschichte des Saisonnierstatuts geht es auch darum, diejenigen Stimmen zu vernehmen, deren Anliegen noch nicht vom Bund angehört wurden. Was wünschen sie sich, was versprechen sie sich von einer historischen Aufarbeitung, warum ist dies vonnöten?
Dauer: 75 min.
Sprache: Deutsch
Eintritt: 6 CHF
- Rahmenprogramm zur Sonderausstellung VERSORGT. VERDINGT. VERGESSEN? -